LPG Mischungsverhältnis Sommer & Winter

Unterschiede LPG Autogas Mischungsverhältnis zwischen Sommer und Winter.

Während der kalten Jahreszeit wird an den Autogastankstellen eine andere Gasmischung angeboten als im Sommer. Das sorgt für reichlich Diskussionsstoff. Es gibt sowohl Befürworter als auch Skeptiker in diesem Bereich. Den Fahrzeughaltern werden nicht selten Märchen erzählt, damit sie von der jeweiligen Gasmischung überzeugt sind. Doch was ist wirklich dran an dieser Vorgehensweise. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, Autofahrer umfassend über dieses Thema zu informieren.

Unterschiedliche Gasmischungen

Autogas besteht aus Propan und Butan. Während der Sommermonate wird mit einem Mischungsverhältnis von 60 : 40 gefahren. Das bedeutet, der Anteil an Butan beträgt 60 Prozent, während der Propananteil 40 Prozent beträgt. Im Winter wird das Mischungsverhältnis umgekehrt. Autogas für den Winter besteht also aus 60 Prozent Propan und 40 Prozent Butan.

Nun stellt sich natürlich für viele Fahrzeughalter die Frage, ob eine solche Umstellung überhaupt erforderlich ist. Butan und Propan unterscheiden sich nur geringfügig im Energiegehalt. Der Energiegehalt im Butan liegt um etwa 12 Prozent höher als der Energiegehalt im Propan. Je höher also der Anteil von Butan im Gemisch ist, desto größer ist die Reichweite mit einer Tankfüllung. Das ist allerdings nur ein theoretischer Wert. In der Praxis macht sich eine Änderung des Mischungsverhältnisses nicht bemerkbar.

Autogas muss der EN 589 entsprechen, damit es überhaupt verkehrsfähig ist. Diese Norm schreibt jedoch kein Mischungsverhältnis vor. Theoretisch könnte das Mischungsverhältnis also ganz anders aussehen. Die Regelung mit den unterschiedlichen Mischungsverhältnissen stammt noch aus der Anfangszeit der Nutzung von Autogas. Seinerzeit war Butan deutlich günstiger als Propan. Deshalb wurde seitens der Gasversorger stets versucht, einen möglichst hohen Anteil von Butan zu verwenden. In der Zwischenzeit hat sich dies jedoch geändert. Die Beschaffungspreise für die beiden Flüssiggase sind nahezu identisch.

Warum bei unterschiedlichen Temperaturen auch unterschiedliche Mischungsverhältnisse?

Diese Frage kann mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Aus technischer Sicht sind unterschiedliche Mischungsverhältnisse beim Autogas überhaupt nicht erforderlich. Moderne Autogasanlagen, wie beispielsweise die Anlagen von Vialle, kommen mit allen erdenklichen Mischungsverhältnissen klar. Die Elektronik erkennt die jeweilige Mischung und steuert den Einspritzzeitpunkt sowie die Einspritzmenge entsprechend. Der Fahrzeughalter braucht sich überhaupt keine Gedanken über die jeweilige Gasmischung machen.

Dass ein Fahrzeug mit unterschiedlichen Autogasmischungen problemlos klar kommt, wird jeder schon erlebt haben, der mit seinem Auto im Ausland getankt hat. Fährt jemand beispielsweise durch die Schweiz Richtung Italien, wird er die unterschiedlichsten Gasmischungen tanken, ohne davon irgend etwas zu spüren. In der Schweiz sind im Autogas 95 Prozent Propan und 5 Prozent Butan enthalten. In Italien sind es 90 Prozent Butan und 10 Prozent Propan.

Haben unterschiedliche Gasmischungen im Sommer und Winter Einfluss auf das Preisgefüge?

Die Beschaffungspreise für die beiden Gase Propan und Butan unterscheiden sich zwar nur geringfügig, aber trotzdem führen die Umstellungen von Sommer- auf Winterautogas zu höheren Kosten an der Zapfsäule. Der Grund dafür besteht im erhöhten Logistikaufwand der Gaslieferanten. Die Transportkosten schlagen mit etwa 10 Prozent des Verkaufspreises zu Buche. Könnten sich die Gaszulieferer auf eine einheitliche Zusammensetzung des Gases einigen, würden die Transportkosten sinken. Das wiederum käme den Verbrauchern zugute.